Heute Vormittag ging es bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Cote du granit rose. Schließlich sahen wir vor uns einen schönen Regenbogen, der zumeist auf Regen schließen lässt.Eben jener prasselte alsbald auch schon auf unsere Windschutzscheibe. Aber dann lachte uns auch schon wieder die Sonne. Diese doch sehr häufigen Wechsel sollten uns am heutigen Tage noch weiter verfolgen. Wir fuhrene quasi von einem Regenbogen zum anderen. Der Bretone an sich ist mit dem April sehr früh dran. Außerdem besitzt er wunderschöne zweisprachige Ortsschilder, wie man sie auch aus Kärnten kennt (nur dass sie hier noch aufrecht stehen und nicht slowenisch sind). Denn man ist hier stolz auf eine eigene Sprache und zwar das Bretonische. Eine keltische Sprache mit zahlreichen Kehllauten, die die gewisse romantische Finesse des französischen etwas vermissen lassen. Man vergleiche nur das französische Je t’aime mit dem bretonischen Me ʼgar acʼhanout. Unser erstes ziel war der Point du Chateau, was man auf wienerisch wohl Häusl zwischen Stoana übersetzen kann. Denn der Bretone beweist keineswegs Mut zur Lücke, sondern er füllt die Fehlstelle zwischen zwei Steinen gerne mal mit einem Haus aus. Damit der Tourist damit nicht zu viel Freude hat, stellt er dann noch ein Auto davor. Wir hatten mit dem Wetter mehr Glück, als mit dem Auto und es strahlte der Sonnenschein. Allerdings blies uns der Wind ziemlich um die Ohren. Das führte aber zu dem ausgesprochen schönen Bild, dass sich die Wellen vor uns auftürmten und die Gischt um uns spritzte. Es war höchst wildromantisch und man kann sich gut vorstellen, dass hier noch Geister und Wassermänner hausen. Nun ging es weiter zu den namensgebenden roten Granitblöcken, die hier zahlreich herumstehen und der Küste den Namen geben, sie aber auch zum Baden sehr ungeeignet machen. Da es genug roten Granit gibt, hat man daraus auch gleich noch einen Leuchtturm gebastelt und ihn draufgesetzt. Das setzt farblich kaum Akzente, schaut aber nett aus. Nun ging es weg von der Natur und wir wandten uns der Kultur zu. In der Bretagne gab es einen Wettstreit darum, wer seine Kirchen großzügiger ausstattete. Da der Bretone offenbar nicht gerne fremde Kirchen betritt, hat man sich dabei vor allem auch auf die Kirchhöfe konzentriert. Die Mauer wird unterbrochen durch eine hübsche Triumphpforte und dahinter befinden sich noch hübschere Beinhäuser und große und natürlich hübsche Kalvarienberge, die mit zahlreichen (hübschen) Figuren bestückt sind. Teilweise nicht ganz chronologisch (Fußwaschung zwischen Maria bei Elisabeth und Flucht nach Ägypten). Teilweise mit lokalen Begebenheiten ergänzt (Höllenfahrt der Katharina). Der Bretone nimmt es katholisch überhaupt nicht ganz so genau und hat auch zahlreiche interessante Heilige, die nicht einmal die Kirche kennt. Wie den heiligen König Salomo (nicht den von Israel, sondern den der Bretagne). Er hat seine Vorgänger umgebracht, sich aber dann offenbar doch irgendwie in den Himmel geschummelt. Die Kirchen selbst sind eine Mischung aus Gotik, Barock und Renaissance, die kam aber nicht nach und nach sondern entstand zur selben Zeit. So grau die Kirche ist wenn man sie betritt, so farbenfroh und etwas grell ist der Altarraum. Man könnte fast meinen man sei in Indien.
April, April!

























Leider müssen wir auf Handyfotos zurückgreifen weil Herr Bauchinger in der Früh seine Kamera runterfallen hat lassen….( die alte Leier „schlampig verschlossene Tasche“)…das hätte die gute Kamera vielleicht noch überstanden, aber 40 Sekunden später hat sie nochmal den Boden geküsst, nach dem Motto „Doppelt hält besser“ 😉
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Hm, das schaut ja feindifein aus! Hat´s dem Zeusl-Zausl nicht geschmeckt, weil er so zwider in der Ecke (Felsnische) steht? Oder ist dir huschi?
ALM
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